Klopftechniken

Wer zum ersten Mal von Klopfakupressur hört, denkt, es handle sich um eine Technik. Doch tatsächlich erscheint das heilsame Klopfen immer wieder neu erfunden zu werden. Die Akupunktur ist jedenfalls eindeutiger.

Welche Klopftechniken haben sich durchgesetzt

Die Rede ist von Klopfakupressur-Techniken wie EFT, MET, TFT, TAT, von Energetischer Psychologie, von BSFF, SEP oder PEP und anderen. Da verwirrt sich selbst der Geist von Therapeuten, die die Klopfakupressur anwenden. Einer dieser Therapeuten spricht von einer „neuen Form der Psychotheraie“. Er geht also davon aus, dass es sich letztlich um seelische Energieblockaden handelt, die mit der Klopftechnik behandelt werden. Warum gibt es nicht nur eine Form der Klopfakupressur? Nun, vielleicht hat es zum Teil damit zu tun, dass man Geld damit verdienen kann, wenn man eine eigene Form der Klopfakupressur erfindet und Seminare dazu gibt. Vielleicht geht es aber auch eine qualitative Verbesserung oder inhaltliche Erweiterung. Schauen wir uns also einmal einige Techniken und Formen der Klopfakupressur an. Eine der ersten Klopfakupressur-Techniken stammt von Roger Callahan. Er nannte sie “Thought Field Therapy”, abgekürzt TFT. Seine Technik war für Anfänger einigermaßen schwer zu erlernen und umfasste zahlreiche Behandlungssequenzen. Die Ergebnisse waren allerdings sehr gut. Es lag daher nahe, dass Gary Craig sich der TFT-Klopfakupressur annahm und sie vereinfachte. Er mixte ein bisschen NLP und angewandte Kinesiologie dazu und nannte sein Klopfakupressur-Projekt „Emotional Freedom Technique“, abgekürzt EFT. Man kann sagen, die EFT-Klopfakupressur ist die Mutter aller weiteren Entwicklungen geworden. Die EFT-Klopfakupressur ist heute die meist ausgeübte Form der Klopfakupressur und sehr leicht zu erlernen.

Im deutschsprachigen Raum finden wir die MET, EFT und PEP Techniken

Im deutschen Sprachtraum haben sich daraus weitere Richtungen entwickelt. Regina und Rainer Franke erfanden die MET-Klopfakupressur, die mit gestalttherapeutischen Ansätzen verbunden wurde. Dieser Ansatz gefällt zahlreichen Anwendern, insbesondere aus der therapeutischen Ecke. Daher findet man bei uns meistens TFT- oder EFT-Klopfakupressur angeboten. Durchaus interessant ist die PEP-Klopfakupressur. Die Abkürzung wird für den Begriff “prozess- und embodiment-fokussierte Psychologie” verwendet. Das Konzept stammt von Michael Bohne, der als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Hier wird die Klopfakupressur deutlich betonter mit „hypnosystemisch-psychodynamischen“ Hypothesen verbunden. Bohne propagiert, dass das Klopfen die emotionale Verarbeitung im menschlichen Hirn stört. Stattdessen löst es eine „neuronale Neuorganisation“ aus und schneidet die belastenden Gefühle quasi ab.

Die aktuelle Gehirnforschung und eine indische Philosophie namens Advaita nahm Erich Keller zum Anlass, eine „Spirituelle Energetische Psychologie“, kurz SEP zu erfinden. Ähnlichen gedanklichen Ansätzen folgt die TAT-Klopfakupressur, die für „Tapas Acupressure Technique“ steht. Sie wurde nach dem amerikanischen Erfinder, einem gewissen Tapas Fleming benannt. Dr. Larry Nims addierte die BSFF-Methode dazu, kurz gefasst für “BeSetFreeFast”. Hier sind wir allerdings schon bei einer Methode ganz ohne Klopfen, also im eigentlichen Sinne keine Klopfakupressur mehr.

Am Ende zählt das Ergebnis

Am Ende sind wir allerdings noch lange nicht, denn viele weitere Therapeuten haben eigene Gedanken und Interessen mit der Klopfakupressur verbunden und als eigenständige Klopfakupressur-Technik propagiert. Letzten Endes sind alle interessant, auch wenn sie vielleicht keine große Verbreitung finden. Wie sagt der Volksmund: Wer heilt, hat Recht. Solange neue Ansätze den Patienten dienen, sich selbst besser zu helfen, sind sie berechtigt. Die verwirrende Vielfalt macht es aber schwer, zu wählen.

Bildnachweis: © Monika Wisniewska – Fotolia.com

 

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